Wissenswertes über den Bordeaux Wein

Der Wein aus Bordeaux ist ein Klassiker. Was sie zum Thema kaufen, subskribieren, lagern und sammeln wissen sollten.

Der Wein Bordeaux ist ein absoluter Klassiker, er stammt aus dem gleichnamigen Weinbaugebiet Bordeaux (französisch Bordelais) mit der wichtigsten Stadt Bordeaux in Südwestfrankreich (Département Gironde in den Mündungsgebieten der Garonne und der Dordogne). Es handelt sich um das weltweit größte zusammenhängende Anbaugebiet für Qualitätsweine. Bordeaux gibt es auch als Weißwein, doch typisch und mit 80 % der Produktion dominierend sind langlebige trockene Rotweine, die bei guter Lagerung im Wert steigen können. Die besten roten Bordeaux-Weine sind edelsüße Barsac- und Sauternes-Weine, die besten weißen Bordeaux-Sorten stammen aus Graves. Schon seit 1991 gibt es den Schaumwein Crémant de Bordeaux.

Herkunft der Bordeaux-Weine

Rund 3.000 Châteaus (Weingüter) produzieren Bordeaux, die verschiedene Klassifikationen und Appellationen (Schutzsiegel) erhalten, was eine diffizile Qualitatätshierarchie schafft. Die Lage, aus der ein Bordeaux stammt, ist demgegenüber nicht so bedeutsam, weil sich die Geologie und das Klima der Region aus önologischer Sicht nicht allzu stark unterscheiden. Die gesamte Region lässt sich in fünf Bordeaux-Gebiete einteilen:

  • Das Médoc liegt nördlich von Bordeaux linksseitig der Gironde
  • Die Graves liegt südlich von Bordeaux am Südufer der Garonne.
  • Das Entre-Deux-Mers liegt zwischen Dordogne und Garonne.
  • Das Libournais umgibt die Stadt Libourne rechtsseitig der Dordogne.
  • Das Blayais und das Bourgeais liegen nördlich des Zusammenflusses der Flüsse Garonne und Dordogne.

Geologisch geprägt ist die Landschaft durch Kalkstein und Kies, wodurch die Reben tief einwurzeln können. Das Wasser fließt hier hervorragend ab, das ist für den Weinbau eine sehr gute Bedingung. Allerdings gibt es auch Bordeaux-Spitzenweine von durchfeuchteten Böden. Der nahe Atlantik lässt ein ausgeglichenes Klima entstehen, auch die Wälder und die großen Wasserläufe gleichen die klimatischen Bedingungen aus. Die Winter sind meistens frostfrei, im Sommer scheint zwischen Juli und Oktober viel Sonne. Durch unterschiedliche Wetterbedingungen von Jahr zu Jahr unterscheiden sich allerdings einzelne Bordeaux-Jahrgänge hinsichtlich ihrer Qualität.

Berühmte Rebsorten und Appellationen des Bordeaux-Weins

Drei Rebsorten bringen die großen Namen von Bordeaux-Rotweinen hervor: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Die über 50 Appellationen sorgen für eine große Ausdifferenzierung dieser Weine, eine deutliche Hierarchie lässt sich mit der Unterscheidung der folgenden drei Appellations-Klassen feststellen:
•    Bordeaux bildet zusammen mit Bordeaux Supérieur die Basis.
•    Höherwertig sind die subregionalen Appellationen Médoc, Graves, Entre-Deux-Mers (trockener Weißwein) und Côtes de Bordeaux.
•    Spitzenweine entstammen kommunalen Appellationen, zu nennen wären unter anderem Margaux, Listrac, Moulis, Saint-Julien, Saint-Estèphe, Pauillac, Saint-Émilion, Pomerol, Sauternes, Cérons, Barsac, Cadillac, Sainte-Croix-du-Mont, Sainte-Foy-Bordeaux und Loupiac.

Warum sollten Sie Bordeaux Weine subskribieren?

Die Subskription ist die Vorbestellung von bestimmten Weinen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Wein noch nicht reif, er wird erst ein bis drei Jahre später abgefüllt. Eine Subskription von Bordeaux erfolgt durch Vorbestellung der Fassmuster im März bis April, im Januar bis Februar des dritten Jahres nach dieser Vorbestellung erfolgt die Auslieferung. Aktuell (Februar 2018) werden Weine der 2015er Bordeaux Subskription ausgeliefert. Die Subskription ist grundsätzlich der beste Weg, um sich einen Wein zum bestmöglichen Preis zu sichern. Es gibt auch Sonderformate, die außerhalb einer Subskription kaum zu bekommen sind. Selektion ist entscheidend, Käufer sollten die Angebote gleichzeitig mit den Verkostungsnotizen der internationalen Journalisten genauestens studieren.

Bordeaux Weine sammeln

Bordeaux-Weine sind auch Sammlerobjekte. Sie steigen vielfach im Preis, Wertsteigerungen über fünf bis zehn Jahre können durchaus 10 % und mehr erreichen. Gleichzeitig sind diese Weine sehr lange lagerfähig, müssen aber auch gut gelagert werden (siehe weiter unten). Experten gehen davon aus, dass Bordeaux noch lange die dominierende Region bleibt, für die sich ein Weininvestment lohnt. Dahinter folgen Regionen wie Burgund, die Champagne, Kalifornien, Toskana, Australien und Deutschland.

Wie sollten Sie einen Bordeaux lagern?

Gerade höherwertige Bordeaux-Weine aus sehr guten Lagen und Jahren sollten vor dem Genuss mindestens vier bis sechs Jahre gelagert werden. Die meisten Weinkenner bestellen mehrere Flaschen einer bestimmten Jahrgangssorte und können dann ausprobieren, wann der Bordeaux (schon) schmeckt. Er kann lange liegen und dabei deutlich wertvoller werden. Die ideale Lagertemperatur beträgt 12 - 14 °C, die ideale Luftfeuchtigkeit des Lagerraums sollte 70 % nicht unterschreiten. Mehr als 80 % sind auch nicht gut für den Wein. Beide Werte versuchen Kenner möglichst konstant zu halten, was in Naturkellern selten gelingt (im Weinkühlschrank hingegen schon). Wenn es im Sommer wärmer wird, reift der Wein dadurch etwas schneller. Große Temperaturunterschiede innerhalb kurzer Zeitspannen schaden aber dem Wein.