Herbstputz für den Kleiderkasten in sechs Schritten

Wenn der Kleiderkasten überquillt können Sie in sechs Schritten Ballast abwerfen und wieder Überblick schaffen

„Ich habe nichts zum Anziehen“. Ein Blick in den Kleiderschrank machte das Unmögliche möglich. Geschätzte 400 Kleidungsstücke und dennoch nichts Passendes dabei. Es war einer dieser Momente im Leben, an dem ich mich selbst nicht mehr ernst nehmen konnte. Und ich wusste, es muss etwas geschehen. Dies war der Tag, an dem ich beschloss meinen Kasten auszumisten.

Ich bin, wie viele, eine Person von der Sorte, der um alles „leid“ ist. „Ach, das Shirt könnte ich doch noch zum Gassi gehen verwenden“ und „Hm, diese Hose wäre doch passend, wenn meine Oma nächstes Jahr 80. Geburtstag feiert“. Doch irgendwann war der Punkt erreicht, an dem Besitz belastet und ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen konnte. Und ich kann Ihnen eins sagen: der Entschluss auszumisten war eine der besten Entscheidungen, die ich in den letzten Wochen gefällt habe!

Falls auch Sie unter einem Chaos im Schrank leiden und Sie nichts Passendes mehr finden, obwohl Sie doch für jede Okkasion schon mindestens viermal shoppen waren... Dann habe ich jetzt ein paar Tipps, wie Sie sich in wenigen Schritten von dem „Zuviel“ im Kleiderkasten trennen können und vielleicht dem ein oder anderen Schrankhüter das erste Mal die Chance auf Tageslicht geben.

Tipps zum ausmisten

Erstens: Gewinnen Sie einen Überblick. So unschön es ist, es führt kein Weg daran vorbei. Alles muss raus. Danach ordnen Sie Ihre Sachen kategorisch (Jacken, Pullover, Hosen, Unterwäsche, etc.) auf dem Bett oder einem anderen übersichtlichen Ort. Dinge, von denen Sie schon beim ersten Anblick wissen, dass sie nicht mehr gebraucht werden, können Sie gleich in einiger Entfernung auf einen eigenen Stapel legen. Hierzu zählt alles, was Ihnen schon auf den ersten Blick nicht mehr gefällt, kaputt, völlig abgetragen,... ist oder schlichtweg nicht mehr angezogen wurde. Als Faustregel gilt: alles, was Sie in den letzten 12 Monaten (grundlos) nicht getragen haben, werden Sie wahrscheinlich auch nicht vermissen. Ausnahme: Sie haben einfach darauf vergessen oder haben es im Chaos nicht mehr gefunden ;-). 

Was nicht mehr passt, muss weg!

Zweitens: Sortieren Sie nun alles aus, was nicht passt. Seien Sie ehrlich zu sich selbst – es ist nicht sonderlich realistisch, dass Sie in absehbarer Zeit in die zu kurze Bluse oder den viel zu engen Rock passen werden. Auch wenn es schwer ist – trennen Sie sich davon!

Drittens: Nun wird es etwas schwieriger. Suchen Sie die Dinge heraus, die schlichtweg nicht (mehr) Ihrem Typ entsprechen oder aus der Mode gekommen sind. Diese Kleidungsstücke mögen zwar passen, werden jedoch ewig in der Lade verweilen.

Viertens: Machen Sie sich (und andere) glücklich. Wenn manche Ihrer Sachen mit Erinnerungen oder einer besonderen Vorliebe verbunden sind, hilft es Ihnen vielleicht, Sie nicht komplett auszumisten. Verpacken Sie Erinnerungsstücke in einer Kiste und verschenken Sie schöne Dinge an Freundinnen oder die Familie. Das gibt ein gutes Gefühl und nimmt den Trennungsschmerz – immerhin ist alles noch in Ihrem Umfeld und in guten Händen. Ordnen Sie in diesem Schritt auch den Stapel der ausgemisteten Kleidung, falls Sie einige Dinge am Flohmarkt oder im Internet verkaufen wollen – alles, was danach noch übrig ist, kann getrost zur Altkleidersammlung wandern.

Jetzt wird der Kasten wieder befüllt

Fünftens: Nun geht es darum den Kleiderschrank wieder zu bestücken. Machen Sie jetzt nicht den Fehler, alles wieder kreuz und quer einzuräumen, sondern schlichten Sie mit System. Dies kann passend zu Ihrer Garderobe nach Farbe, Stil, Alter, Wetter, Saisonen, etc. sein. Hauptsache, Sie kennen sich aus. Das Gute an dieser Ordnung ist auch, dass Ihnen vielleicht im letzten Moment doch noch Kleidungsstücke auffallen, die sich mehrfach in Ihrem Kasten befinden. Auch hier gilt: weg damit!

Es ist vollbracht, der Ballast ist weg

Sechstens: es ist vollbracht! Genießen Sie das Gefühl, alten Ballast abgelegt zu haben, und achten Sie darauf, dass das jetzt eine Zeit lang so bleibt. Machen Sie nicht den Fehler und füllen Ihren Kleiderschrank schnell wieder mit Nutzlosem auf; setzen Sie beim Shoppen bewusst auf Kleidung, die Sie auch nach längerer Betrachtung und Überlegung gerne kaufen – auf ein qualitativ hochwertiges und gerne etwas hochpreisigeres Stück, anstelle von drei günstigen – und auf  Basisgarderobe. Ich für meinen Teil habe mir nach dem Ausmisten eine kleine Shoppingtour (und einen riesigen Eisbecher ?) gegönnt - und habe mich dabei bewusst für ein einziges, perfekt sitzendes, Teil entschieden. Ein zeitloser Blazer - ein Klassiker, den ich bestimmt lange Zeit nicht aussortieren muss!