Silvester feiern - daheim und in anderen Kulturen

Silvester bei Fondue, einem Gläschen Wein und als Abschluß Sekt. Aber wie wird Silvester in anderen Kulturen gefeiert?

Weihnachten ist vorbei, die Christkindlmärkte haben geschlossen und das schlechte Gewissen über die Feiertage regelmäßig gevöllert zu haben, setzt beim Anprobieren der Jeans endgültig ein. Um mich davon abzulenken, dass weder meine Laune, noch meine Figur bereit fürs neue Jahr ist, habe ich mich nach den außergewöhnlichsten Bräuchen, Partys und Ideen für Silvester umgesehen.
Bei beinahe jedem von uns sieht der Abend des 31. Dezember gleich aus. Raclette, Fondue oder andere Köstlichkeiten werden mit ein paar Gläschen Wein oder Sekt hinuntergespült. Kurz vor Mitternacht wird Dinner for One geschaut, dann der Countdown - und um Punkt 12 wird Feuerwerk geschaut und Mitternachtswalzer getanzt. Nette Gespräche, Gesellschaftsspiele oder Filme mit der Familie und / oder Freunden runden den Abend ab; ein paar wenige lassen ihn auch in einem Club oder einer Bar ausklingen, was mich persönlich schlicht nicht interessieren würde.

Wie wird Silvester in anderen Ländern gefeiert?

Ohne Frage ist das klassische Silvester meiner Meinung nach einer der schönsten Tage im Jahr. Dennoch interessiere ich mich dafür, wie in anderen Familien, Kulturkreisen oder Ländern gefeiert wird - besonders für die lustige und ausgefallene Bräuche.

In einigen Ländern wird am letzten Tag des Dezembers altes Geschirr aus dem Fenster geworfen. Dies soll Glück bringen und Platz für neue Sachen und Vorsätze schaffen.
Auch bei uns beliebt, ist das “Silvester Lotto”. Es ist eben wirklich zu verlockend, mit einem vollen Portemonnaie in ein neues Jahr zu starten.

Europäische Bräuche sind relativ bekannt bei uns, hervorzuheben ist Spanien. Dort, beispielsweise, diniert und feiert man im Kreise der Familie, bis man sich kurz vor Mitternacht im Orts- oder Stadtzentrum trifft (aus Madrid wird dieses Spektakel sogar im Fernsehen übertragen). Zwölf Sekunden vor Zwölf isst man traditionell für jedes Monat eine Weintraube, ist man pünktlich fertig, wird das nächste Jahr ein erfolgreiches, ansonsten wartet großes Unglück (“doce uvas”).
Interessanter finde ich aber die Riten, die weit weg von uns gebräuchlich sind.

Unterschiedliche Bräuche in Asien

In Asien gibt es viele unterschiedliche Bräuche, je nach Land und Region wird Neujahr oft laut, oft auch ruhig und besinnlich gefeiert. In den meisten Ländern wird nach dem Mondkalender gerechnet, das neue Jahr fällt in China, Korea, usw. auf den ersten Vollmond nach dem 21. Jänner - findet also zwischen Ende Jänner und Ende Februar statt. Nach einer alten Tradition werden die Häuser zuerst mit Bambuszweigen gesäubert, um die bösen Geister zu vertreiben, alte Textilien erneuert und danach Häuser mit Streifen aus rotem Papier und goldenen Symbolen verziert. Um 23 Uhr werden die Fenster geöffnet, damit ein gutes neues Jahr ins Haus einziehen kann; um Mitternacht gibt es ein großes Feuerwerk, das auch Nien, einen bösen Drachen vertreiben soll.

In manchen Regionen werfen junge ledige Frauen Mandarinen ins Meer, die ihnen helfen sollen, im nächsten Jahr einen Mann zu finden.

In Japan feiern die Leute überhaupt eine Woche lang, von 31. Dezember bis zum 07. Januar. Das neue Jahr beginnt traditionell mit Mochi, einem klebrigen, gefüllten Reisbällchen; diese sollen ein langes Leben bringen. Leider passiert oft das Gegenteil und einige Leute ersticken an dem zähen Teig. Weiters werden alte Schulden zurückgezahlt und Ausgeliehenes zurückgegeben.
In der ehemaligen Sowjetunion fallen die Silvester- und die Weihnachtsfeiertage zusammen. Das neue Jahr wird ebenso wie bei uns mit einem Feuerwerk begrüßt, wobei das prächtigste jährlich auf dem Roten Platz in Moskau stattfindet. Aufgrund der Größe Russlands wird dort in elf Zeitzonen, also elf mal hintereinander, Silvester gefeiert.

Silvester auf hoher See

Auf hoher See darf natürlich kein Feuerwerk geschossen werden, da es zu leicht mit den Leuchtraketen (die im Notfall abgeschossen werden) zu verwechseln ist. Hier tuten die Nebelhörner um das neue Jahr zu begrüßen.

In den meisten afrikanischen Ländern wird am letzten Abend des Kalenderjahres eine Nachtwache abgehalten, in der für die letzten 365 Tage gedankt und für die folgenden gebetet wird.
In den Vereinigten Staaten ist die sehr bekannte Feier am New Yorker “Times Square”, auch genannt New Years Eve Parade, das Highlight. Im Süden von Amerika wird der Jahreswechsel anders gefeiert. In Brasilien opfert man Blumen, in Argentinien bringt rosa Unterwäsche Glück - und in Kolumbien verbrennt man eine - mit den schlechten Ereignissen des Vorjahres gefüllte - Puppe.
Egal, ob sie spektakulär oder traditionell wie ich ins Jahr 2015 starten - ich wünsche Ihnen nur das Beste; viel Gesundheit, Erfolg und Liebe.