Social Network, Vorteile und Nachteile

Social Network Network und seine Gefahren. Lesen sie über den sorgsamen Umgang mit diesen Medien

Ich will gar nicht wissen, wie viele schöne Momente ich schon verpasst habe, weil ich meinen Blick gerade dann aufs Telefon Display fixiert hatte. Wie viele Begegnungen und Chancen mir durch die Finger gegangen sind, wegen Stunden die ich vorm Laptop und in meiner virtuellen heilen Welt verbracht habe. Würde ich all diese Zeit zusammenrechnen, wäre ich womöglich bei Olympia, Vorstand von Microsoft oder vierfache Mama. Gut, das war jetzt vielleicht übertrieben. Aber ich hätte bestimmt einige schöne Erinnerungen mehr und einige nichtssagende Stunden weniger.
Andererseits würde ich ohne meine Social Networks viele Kontakte nicht halten können. Würde mich beim Busfahren langweilen (Würde ich das? Oder habe ich einfach vergessen, wie ich mir in der Pre Smartphone Ära die Zeit vertrieben habe?). Und hätte bestimmt nicht so gute Möglichkeiten, mich über Unternehmen und Karrierechancen zu informieren.

Bei all den positiven und negativen Aspekten, die soziale Netzwerke mit sich bringen, kommt man schnell auf einen Schluss: die Art, wie man sie nutzt und in welcher Menge, macht aus, inwieweit sie hilfreich und spaßig, oder lebensfremd und zeitraubend sind. Es ist, wie fast überall: Die Dosis macht das Gift.

Der sorgsame Umgang ist angeraten

Prinzipiell spricht ja nichts gegen das Lesen von lustigen Postings und dem Teilhaben am Leben anderer. Doch natürlich hat jede Medaille zwei Seiten… Und gegen die Möglichkeit, uns zu bespaßen, und ins Privatleben anderer Einblick zu erhalten, geben wir auch viel von uns preis - quasi unsere Bezahlung für die Nutzung des Internetdienstes. Wir geben viel von unserer Privatsphäre auf und teilen manches mit der ganzen Welt. Es sei also wohl überlegt, wieviel wir von uns und unserem Leben veröffentlichen… Denn wirklich wissen, wer hinter dem Profil der hübschen Blonden steckt, und wer uns nur deshalb eine Freundschaftsanfrage geschickt hat, weil er Personaler ist - tja, das können wir eigentlich nicht.

Unsere Eigendarstellung haben wir jedenfalls noch selbst in der Hand. Wir können unsere Privatsphäre Einstellungen möglichst hoch schrauben und sehr wenige Bilder (vor allem keine zu privaten, oder gar Fotos vom Feiern oder Urlauben) hochladen. Tückisch sind aber noch vielmehr die verschiedenen Anwendungen und Apps, die die meisten Netzwerke zunehmend anbieten. Um gegen unsere Langeweile anzukämpfen, klicken wir, ohne groß die Bestimmungen, Inhalte und Berechtigungsklauseln zu lesen, völlig naiv auf „zustimmen“. Doch während wir unser Spielchen downloaden oder uns mithilfe einer Foto App noch ein bisschen schöner retouchieren, kann durch unser “Zustimmen” im Hintergrund auf Adressbuchdaten, eigene Angaben und weitere sensible Daten zugegriffen werden - ohne dass wir etwas davon merken. Die Daten werden beispielsweise für gezielte Werbeplatzierungen genutzt (sagt bloß ihr habt euch noch nie gefragt, warum euch Facebook in letzter Zeit immer so tolle Schuhe vorschlägt - und das noch dazu genau von der Internetseite, auf der ihr vor einem Monat ein Paar ähnliche bestellt habt!) - oder die Daten werden einfach weitergegeben. Ebenso gehen die Rechte an hochgeladenen Bildern und Texten an den Betreiber des Netzwerkes… Wieso? Na, weil wir in den AGB, die vermutlich niemand von uns jemals gelesen hat, zugestimmt haben! Rechtlich ist das zwar trotzdem nicht wirklich gestattet, aber bis der Missbrauch bemerkt wird, ist es meist einfach zu spät. Außerdem ist das Nachvollziehen der Straftat und das Finden des Übeltäters quasi unmöglich.

Zu welchem Schluss kommen wir also?

Wie bei den meisten Dingen im Leben, gibt es kein schwarz oder weiß. Soziale Netzwerke machen Spaß und sind - intelligent genutzt - eine großartige Möglichkeit, sich, seine sozialen Kontakte und seine Karrierechancen zu optimieren. Der Schuss kann jedoch auch schnell nach hinten losgehen, und uns beruflich ins Aus schießen, uns zu Marketingopfern und zur Zielscheibe von Stalkern machen - oder uns unser gesamtes soziales Leben völlig auf den Kopf stellen.

Wir sollten uns wohl alle an der Nase nehmen und etwas ändern. Den Zauber eines Momentes genießen, anstatt ihn ab zu fotografieren und in schlechter Qualität zu veröffentlichen. Keine Likes mehr auf Profilbildern verteilen, sondern Menschen echte Komplimente machen. Auf die Ausstrahlung unseres Gegenübers achten, anstatt auf seine bearbeiteten Selbstporträts. Uns schick anziehen um uns wohlzufühlen, und nicht um auf verlinkten Fotos möglichst gut auszusehen. Darauf zu verzichten, unsere “Friends” zu pflegen, und uns stattdessen auf unsere “Freunde” konzentrieren.
Einfach statt Social Media wieder sozial leben.