Weird Food - verrückte Essenstrends unter der Lupe

Es kann nicht verrückt genug sein. Auch beim Essen. Wir haben uns einige Weird Food Trends angeschaut

Kürzlich habe ich etwas gelesen, das ich erschreckend und skurril fand: Eine Mc Donalds Filiale geht mit dem „Trend der Zeit“ und bietet jetzt auch Candlelight Dinner an. Für die Romantik in einer schnelllebigen Zeit, in der man jeden Cent umdrehen muss - und die Leute finden es klasse. Anfangs hielt ich dies für einen Werbegag, doch anscheinend meinen sie es tatsächlich ernst. Als ich am selben Abend einer Freundin von der verrückten Idee erzählte, meinte sie: „Ach, das ist doch noch gar nichts. Die bieten in Japan sogar Hochzeiten an!“

Da mich der Gedanke an eine romantische Hochzeit zwischen Big Mac und Chicken Nuggets nicht mehr los ließ, ich aber nicht glauben konnte, dass das schon alles war, beschloss ich, mich auf die Suche nach weiteren kuriosen Nahrungsmitteln, Restaurants und Food Trends zu machen… Und habe von nett und witzig bis skurril und beängstigend einiges gefunden.

Nose to Tail

Ich beginne ganz harmlos, mit Fergus Hendersons „Nose to Tail“, einem poetischen Kochbuch. Henderson kocht überaus erfolgreich in seinem Londoner Lokal St John - ein Michelin Stern zeugt von Qualität. Minimalistisch eingerichtet, kommen in der kleinen Gästekammer aber nicht Gänseleber, Rindszunge oder Froschschenkel auf den Teller - aus Respekt vor dem Tier, wird es nach Möglichkeit ganz verkocht und die Beilagen sind so unaufregend, dass sie dem Fleisch niemals die Show stehlen. So kommen beispielsweise englische Tauben mit rohen Frühlingszwiebeln, und gekochter Schinken nur mit einem Döschen Schnittlauchsauce auf den Teller. Taschenkrebse und Schweinsköpfe werden sowieso nur im Ganzen serviert. St John ist somit so etwas wie das ausgezeichnete Gegenteil ausgezeichneter moderner Lokale. Hendersons „Nose to Tail“ Kochbuch bietet neben einem großen Unterhaltungswert auch fantastische Rezepte - aber wer einmal beginnt, es zu lesen, wird kaum mehr zum Kochen kommen.

Nose to Tail steht übrigens auch für einen anderen, deutlich skurrileren Food Trend: Auf sogenannten Nose to Tail Partys kann man unter professioneller Anleitung ein ganzes Schwein zerstückeln und völlig selbst verarbeiten. Naja, da ist mir dann doch die klassische Mottoparty a la 80er oder Black and White lieber.

Ein gutes Beispiel für ein ausgefallenes Lokal ist das „Hospitalis“ in Riga. Wer hier Platz nimmt, kann für einen Abend seine guten Manieren vergessen und auf Messer und Gabel verzichten - denn wie der Name schon sagt, speist man im „Hospitalis“ mit Skalpell und Co, und das nicht von Tellern, sondern von Operationsschalen. Seine Besitzer, Ärzte, haben ihr Restaurant ganz im Stil eines Krankenhauses eingerichtet, und auch die Bedienung erfolgt in Form von rothaarigen Krankenschwestern im passenden Outfit. Etwas „krank“ muss man wohl sein, um hier regelmäßig zu speisen - aber Hauptsache man hat einen gesunden Appetit.

Heutzutage sind Banken in aller Munde, und das meist nicht positiv. Wer es leid ist, sein Geld auf die Bank zu tragen und sich zu fühlen, als würde er keinen Vorteil daraus ziehen; der ist im The Bedford in Chicago genau richtig. Denn hier bekommt man wenigstens leckeres Essen für sein Erspartes. In einem ehemaligen Tresorraum, in dem alle Banknoten, Diamanten und sonstiges gegen Tische und Stühle eingetauscht wurden, speist man bestimmt an einem der außergewöhnlichsten Orte.

Restaurant unter dem Meeresspiegel

Wohl eines der verrücktesten und zugleich schönsten Restaurants, ist das Ithaa auf den Malediven. Es ist komplett verglast, hat eine riesige Auswahl an Weinen (über 20.000) - aber Platz für nur 14 Gäste. Das alleine macht das Ithaa aber nicht zu dem, was es ist. Nein, es ist sein Standort. Die Malediven. Ein lebendiges Korallenriff. Und 3 Meter unter dem Meeresspiegel, inmitten von abertausenden Lebewesen und Farben, das Restaurant. Ja, Sie haben richtig gelesen - es liegt unter Wasser, ist völlig verglast und als solches das einzige seiner Art. Wer die Chance hat, sollte es unbedingt besuchen!

Für alle, die ihrer / ihrem Liebsten einen unvergesslich (schönen oder schrecklichen) Abend bereiten wollen, dürfte „Dinner in The Sky“ eine Option sein. In schwindelerregender Höhe (ab cirka 50 Meter) wird man bekocht und darf sich über einen leckeren Brunch, Lunch oder ein Dinner freuen. Natürlich alles gesichert. Für Leute mit Höhenangst wohl eher ein Alb-, als ein Traum. In Österreich beispielsweise buchbar über jollydays.at oder dinnerinthesky.at an den Standorten Wien, Linz oder Graz, in Deutschland verschiedenste Anbieter und Standorte (z. B.: München, Berlin, Köln,…).

Lesen Sie weiter im zweiten Teil Weird Food, verrücktes für Zunge und Gaumen