Ich liebe die Ballsaison

Ich lebe für und liebe die Ballsaison. Aber nicht nur wegen der schönen Kleider und des Tanzens Willen

Ja, ich gebe es zu: ich bin anders. Verrückt. Manche würden es wohl sogar als abartig bezeichnen. Aber es ist einfach die Wahrheit: Ich liebe den Winter. Während sich andere bereits im Oktober zurück ins Freibad sehnen, kann ich es kaum erwarten, bis Mutter Natur das Land mit Schnee bedeckt. Es ist nicht so, dass ich mich auf Schnupfen, eiskalte Ohren und Nebel freue – aber auf alles drumherum. Der Winter bringt Weihnachten, Silvester, Skiurlaub – und nicht zu vergessen: die Ballsaison.
Mein erster Ball 2014 steht kurz bevor, und daher habe ich mich heute todesmutig in den Kampf gestürzt: ich habe mich auf die Suche nach dem perfekten Kleid begeben, und das mitten im Sale!
 In der Abteilung für Abendbekleidung, der erste Schock – gefühlte 4.000 Frauen tummelten sich zwischen den Regalen und Kleiderständern. Das Besondere am Ballkleid-Einkauf ist diese ganz eigene Gruppen-Dynamik, die sich vor den Umkleidekabinen entwickelt. Anders, als im „normalen Wintersale“ -  wo am Wühltisch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ regiert – verbünden sich „Ballkleidshopperinnen“ sehr schnell miteinander.

Man beurteilt sich gegenseitig, gibt Tipps und muntert fremde Frauen auf, indem man ihnen erklärt, dass in DIESEM Kleid die Weihnachtspfunde plötzlich wie weggeblasen scheinen. Es ist immer ein lustiges Szenario. (Die Freundschaft hört sich übrigens relativ schnell auf, wenn man dasselbe Kleid UND denselben Ball ausgesucht hat – aber das ist ein anderes Thema?)

Das erste, was mir auffiel, war der Trend zu geraden Kleidern. Prinzessinenkleidchen, die hüftabwärts etwas weiter fallen, findet man heuer kaum. Gerade, figurbetont, eng – das ist, was frau dieses Jahr trägt. Alle, die nun fürchten, ihre Problemzönchen nicht mehr unter den weiten Unterröcken aus Tüll verstecken zu können, können beruhigt sein: man findet auch schicke Einteiler mit Marlenehosen, oder geraffte Kleidchen, die zwar auch anliegen, aber die Hüfte und die Oberschenkel in mehreren Lagen umspielen. Besonders angesagt sind auch Beinausschnitte, die aber nicht à la Angelina Jolie fast bis zur Hüfte reichen, sondern nur so weit, dass frau bequem tanzen und Treppen steigen kann.

Die Spitze, die uns durch das gesamte letzte Jahr begleitet hat, macht auch vor den Ballkleidern nicht Halt. Auch Pailetten sind voll im Trend – leider gehen die kleinen Glitzerplättchen bei vielen, auch qualitativ hochwertigen und teuren, Kleidern, bereits im Kaufhaus ab:  Es gilt – Augen auf und lieber zweimal kontrollieren! Besonders auffällig ist auch der Hang zum Asymmetrischen, sei es One-Shoulder oder schräger Rock, sowie zu den angesagten, drappierten Ausschnitten.

Für alle, die gerne etwas verspielter und jugendlicher unterwegs sind, oder denen eine ganze Nacht im bodenlangen Kleid einfach zu unbequem ist, gibt es diese Saison auch wieder eine große Auswahl an kurzen, aber dennoch edlen, Abendkleidchen. Aber auch hier lautet: Bauch rein, Brust raus - figurbetont ist Trumpf.
Farblich liegt man heuer mit Gold, Silber und Nudetönen voll im Trend, bei letzteren sollte man aber darauf achten, dass sie einen nicht zu bleich wirken lassen. Ein kurzer Besuch im Solarium erfrischt den Teint zwar nicht auffällig, aber dennoch mit großer Wirkung.

Ich für meinen Teil habe das Kleid meiner Träume jedenfalls gefunden – und wünsche allen, die sich in dieser Saison aufs Parkett wagen: (alles Walzer, und) viel Vergnügen!