Fashion Hero, ich bin wieder verliebt

Ich bin frisch verliebt, aber nicht in einen Mann. Wer die Hintergründe wissen will, kann hier mein Outing lesen

Ich bin frisch verliebt! Was für ein Gefühl, diese Vorfreude vor einem Wiedersehen, das Warten auf das nächste Treffen, die Aufregung kurz bevor es soweit ist – unbeschreiblich! In meinem Fall handelt es sich jedoch nicht um eine Person, sondern um drei. Nein, eigentlich um sechs. Und wenn man es noch viel weiter betrachtet, sind es sogar zig Personen, die diese Emotionen momentan bei mir auslösen! Bevor ich nun angefeindet und als untreue Seele beschimpft werde, muss ich jedoch etwas klarstellen: Ich spreche von „Fashion Hero“, der neuen Casting Show auf ProSieben. Anders als bei den klassischen, und schon etwas „ausgelutschten“ Formaten, geht es hier nicht um Gesang, gutes Aussehen oder ein beliebiges anderes Talent – nein, es geht um Mode. In „Fashion Hero“ werden die hoffnungsvollsten und begabtesten Designer Deutschlands dazu aufgerufen, ihre Kollektionen vorzuführen und an den Mann zu bringen. Der Mann ist in diesem Fall ein dreiköpfiges Team an Einkäufern, Vertretern der Modeunternehmen Karstadt, asos und S.Oliver, die sich im Fall einer vielversprechenden Kollektion durch Kaufpreisangebote darum streiten können.


Der Ablauf der Sendung ist immer derselbe: jede Show hat ein Motto, nach dem die Designer sich richten müssen. Ein Kandidat oder eine Kandidatin wird kurz vorgestellt, danach präsentieren zwei Models die, eigens für die Sendung entworfene, Mode. Nun sind die Einkäufer am Zug – gefällt ihnen die Kollektion, bieten sie Geld, um sie zu kaufen – wenn zwei oder gar alle drei Einkäufer mitbieten, stellen sie solange neue Angebote bis nur noch einer übrig bleibt; das höchste Gebot bekommt den Zuschlag. Bei den Angeboten handelt es sich durchaus um „echtes“ Geld, nämlich um jenen Betrag der in die Kollektion investiert werden soll. Errechnet beispielsweise Asos einen Verkaufspreis von 50 Euro pro Produkt und bietet 100.000 Euro, werden 2.000 Stück produziert. Bereits am Ende der Sendung ist die erworbene Kleidung im Unternehmen des siegreichen Einkäufers online erhältlich, ab dem nächsten Tag in den Filialen. Unterstützt werden die Kandidaten durch drei fachkundige Mentoren: Model Claudia Schiffer, Markenkommunikationscoach Uta Hübsch und Stylist Sascha Lilic; sie begleiten die Designer von den ersten Entwürfen bis in die Liveshows.
Das Konzept von „Fashion Hero“ ist schlichtweg genial! Es bietet hoffnungsvollen Designern erstmals die Möglichkeit, selbst im Rampenlicht zu stehen und bekannt zu werden – die Models treten hier in den Hintergrund. Und auch die Verkaufsportale profitieren enorm von ihrer Teilnahme an der Sendung – gibt es eine bessere Werbung als ein Supermodel, das die Produkte vor einem Millionenpublikum in den Himmel lobt?! Ich habe letztens kurz nach dem Ende der Show im Internet nach einem Mantel gesucht… Vergebens, innerhalb kürzester Zeit war die gesamte Kollektion online ausverkauft!
Wer also seinen Mittwochabend vor dem Fernseher verbringen möchte und nicht nach höchst intellektueller Unterhaltung sucht, sollte einmal bei ProSieben reinschauen; und wer weiß, vielleicht ist ja das nächste „Designerstück“ sogar schon bald in Ihrem Kleiderschrank zu finden.