Mode in Paris

Frau muss in Paris gewesen sein, um die Mode begreifen zu können

„Ooh, Champs-Elysées, Sonne scheint, Regen rinnt, ganz egal, wir beide sind so froh, wenn wir uns wiedersehen, ooh, Champs-Elysées!“
Letzte Woche habe ich mir eine Auszeit gegönnt und bin in den Flieger Richtung Frankreich gestiegen. „Wenn man in Paris Frau gewesen ist, kann man  es nirgendwo anders sein“, sagte schon Heinrich Heine über die imposante Stadt an der Seine.
Ich muss zugeben, es war nicht mein erstes Mal in Paris, aber das erste Mal, dass ich die Stadt Großteils alleine und auf eigene Faust erkundet habe. Dies wurde mir bereits am Weg vom Flughafen zur Metro bewusst: inmitten von Menschenmassen, Hektik und verschiedenfarbigen Schildern habe ich kurzzeitig überlegt, die nächsten fünf Tage einfach am Gate zu verbringen. Als ich es allerdings geschafft hatte, die richtige Schnellbahn und den dazu gehörigen Bahnsteig ausfindig zu machen, war das mulmige Gefühl verflogen und wich sofort der Abenteuerlust, die man verspürt, wenn man in den Großstadtdschungel eintaucht.

Ich werde hier natürlich nichts vom Eiffelturm, der Champs-Elysées oder dem Louvre erzählen – nein, ich möchte einen kleinen Einblick darin geben, wie man sich ein Stückchen Paris in die eigene Heimatstadt holen kann.

Das erste, was auffällt, sind die unsagbar stilsicheren und modebewussten Einwohner. Egal welches Alter, welches Einkommen, welche Bildungsschicht: die Menschen haben durch die Bank ein wahnsinniges Gefühl für Style und Fashion. Besonders beliebt sind momentan – bei jungen Leuten - bedruckte Shirts (gerne auch mit rockigen Cut Outs), Statement Ketten, Sneakers/Nike‘s und aussagekräftige, rebellische Oberteile. Die „typische“, etwas erwachsenere, Pariserin kleidet sich casual und sehr edel, aufgelockert mit modischen Akzenten. Was Schuhe angeht, sah man die meisten Frauen in schlichten Stiefeletten, egal ob Heels oder flach, und sehr viele in Ballerinas. Nieten und Leo-Print sind DAS Must-Have dieses Frühlings, genauso auf Accessoires, Gürteln, wie auch auf Röcken oder Blusen – entweder dezent oder auffällig zu schlichten Kleidungsstücken kombiniert. Wenn es am Abend etwas kühler wird, hüllt sie die Pariserin bevorzugt in einen nude farbenes Cape, einen Kamelhaar-Mantel  oder eine beige Steppjacke. Dazu das passende Tuch, und schon kann die Nacht in einem der unzähligen Gastgärten (mit Heizstrahlern! ?) genossen werden.

Am Tag werden die oft müden Augen von einer riesigen Sonnenbrille à la Hollywood verdeckt. Dazu gesellt sich oft noch ein Beanie oder eine stylische Kappe, mit denen man Bad-Hair-Days problemlos den Kampf ansagen kann. Das Lieblingsaccessoire der Pariserinnen scheinen jedoch große, teure Handtaschen zu sein… Louis Vuitton, Prada, Chanel – auch viele junge Mädchen tragen sie wie selbstverständlich. Eine gute Alternative für meinen Geldbeutel sind hier „Michael Kors“ Taschen (oder, noch deutlich kostengünstiger, aber auf den ersten Blick oft zum Verwechseln ähnlich: „Mango“). Die restlichen Accessoires sind schlicht und dezent gehalten, wie z.B. einfache Silberkettchen, Perlenohrringe und feine Armbänder.
Was für mich jedoch den meisten Pariser Flair ausmacht: mit einem frischen „Croissant“ und einem Café mit Milch, an der Straße zu sitzen, um sieben Uhr morgens, das hektische Treiben beobachtend und die ersten Sonnenstrahlen genießend. Leider kann man sich besagtes Gefühl nirgends kaufen – aber mit diesem Bild im Kopf und dem passenden Styling, tragen auch Sie vielleicht etwas Modemetropole (im Herzen und) auf die Straßen Ihrer Stadt hinaus.